Was zählt als toxische Beziehung?


Du hast die Bezeichnung toxische Beziehung sicher schon gehört. Wenn Menschen mir dann in unseren Gesprächen von ihren Erlebnissen berichten, fragen sie mich oft, ob das auch alles unter die Kategorie toxische Beziehung fällt. Darum möchte ich in diesem Artikel etwas näher darauf eingehen.

Manchmal macht es mich richtig traurig, wenn diese Fragen so unsicher gestellt werden. Nach allem, was diese Person mir vorher schon erzählt hat, fühle ich trotzdem noch so starke Selbstzweifel. Da darf ich immer wieder erschreckend feststellen, was einige aushalten, weil…
Ja warum eigentlich?
Warum hält ein Mensch so viel aus und schämt sich dann noch immer dafür, dieses Martyrium nicht mehr aushalten zu wollen?

Das hat ganz unterschiedliche Gründe. Vielleicht hast du es so gelernt, bist unter toxischen Umständen aufgewachsen. Oder aber dein Selbstwertgefühl hat schon so sehr gelitten, dass du denkst, du stellst dich an. Das sind nur ein paar Beispiele und selbstverständlich kann auch alles bei dir zutreffen.

Woran du eine toxische Beziehung erkennst.


Grundsätzlich möchte ich dir sagen – und das ist meine eigene, ganz persönliche Meinung – fällt alles in die Kategorie toxische Beziehung, was für dich ungesund und über ein normales Maß hinaus belastend für dich ist. Es ist immer dann eine toxische Beziehung, wenn es für dich giftig ist, es keine Verbesserung gibt und du schlussendlich leidest und dadurch eventuell sogar krank wirst. Es ist immer dann eine toxische Beziehung, wenn du dir öfter (oder immer) einredest, dass du dich nur anstellst und stets nach Entschuldigungen für das Verhalten deines Gegenübers suchst.
Dein Bauchgefühl sagt dir, dass da etwas nicht richtig läuft – aber du bleibst in psychischer und/oder physischer Gewalt stecken.

Was meine persönliche Ansicht einer toxischen Beziehung ist, habe ich dir nun kurz erzählt – und das ist natürlich nur ein kleiner Auszug aus dem, was alles dahinter steckt.

Insgesamt erkennst du vielleicht, dass der Begriff selber es schon ganz gut beschreibt. Wenn etwas giftig ist, dann ist es schädlich und tut dir auf Dauer nicht gut.
Wenn du dich nun

– oft verunsichert fühlst
– deine Grenzen regelmäßig überschritten und
– deine Selbstzweifel immer größer werden,

dann sind das schon ernstzunehmende Anzeichen einer giftigen Bindung. Eventuell bist du auch starken Stimmungsschwankungen ausgesetzt, wirst kaum merkbar von deinem Umfeld isoliert und entwickelst unangenehme Abhängigkeitsgefühle.

Falls es sich bei der toxischen Beziehung nicht um die eigene Partnerschaft handelt, sondern vielleicht um eine familiäre- oder berufliche Bindung, dann sind die Anzeichen ähnlich. Leider manchmal aber noch schwieriger bzw. später erkennbar. Das liegt zum einen an der Konstellation dieser Beziehung und zum anderen daran, von welcher Art der unterschiedlichen toxsichen Verhaltensweisen du betroffen bist.
Handelt es sich vielleicht um Narzissmus, oder gar dem heimtückischen verdeckten Narzissmus? Hast du es mit einer Person zu tun, die aufgrund eines sehr geringen Selbstwertes manipulativ handelt, oder stehst du einfach einem riesigen Egoisten gegenüber?
Schlussendlich ist es egal, mit welcher Art einer toxischen Verhaltensweise du konfrontiert bist und in welcher Beziehung du zu dieser Person stehst:
Gift bleibt Gift und schadet dir!

Bist du anfällig für eine toxische Beziehung?


Die größte Angst ist oft, wenn Menschen sich erfolgreich aus einer giftigen Verbindung gelöst haben, unbemerkt wieder in solch eine Beziehung zu gelangen. Vielleicht kennst du das auch?
Diese Ängste kann ich sehr gut verstehen. Wer sich einmal aus dieser Hölle gekämpft hat, möchte es sicher nicht noch einmal erleben. Leider gibt es dafür keine Garantie.
Das Gute ist aber, dass es Möglichkeiten gibt herauszufinden, warum du überhaupt empfänglich dafür warst – und inwieweit du es eventuell sogar noch bist. Wie du sicher weißt, wiederholen sich Muster und dies kann verändert werden.

Leider ist es aber auch so, wenn du deine Anteile nicht tiefgehend erkennst und wenn du nicht bereit bist, tief bei dir zu schauen – dann bist du ziemlich sicher weiter in der unbewussten Bereitschaft für eine weitere toxische Beziehung. Egal auf welcher Ebene.
Dann nämlich, wenn du nach einer Schuld suchst, bzw. eine*n Schuldige*n. In diesem Fall hängst du in einer typischen Täter-Opfer-Rolle fest. So bleibst du in einer Opferrolle und bist eigentlich nicht weiter als vorher. Gleiches gilt, wenn du eine*n Retter*in für deine Lebenslage nimmst und dann sieht das beispielsweise so aus:
Der alte Partner (bzw. die alte Partnerin) ist schuld, weil er/sie mir das angetan hat – ohne meine*n neue*n Partner*in hätte ich das nie geschafft – der/die hat mich gerettet.
Das mag dann ja vielleicht so für dich sein, aber grundlegend hat sich für dich leider nicht viel verändert. Andere nennen es die Verlagerung des Problems. Insgesamt wirst du so leider nicht in deine eigene, richtige Kraft kommen und du bist wieder in einer Art Abhängigkeit.

Mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit bist du auch noch ein sehr feinfühliger, empathischer und harmoniebedürftiger Mensch. Gerade dann verfällst du schnell wieder in den programmierten Helfermodus, möchtest andere retten, selber aber auch gefallen – und tappst wieder in die Falle.

Glücklich leben nach der toxischen Beziehung


Das, was ich dir hier schreibe, habe ich alles auf unterschiedlichster und schlimmster Weise erlebt. Zu gerne hätte ich die Abkürzung aus dieser Misere gewusst.

Doch mittlerweile fühle ich keine Wut mehr. ich stelle niemanden mehr an den Pranger. Jeder Mensch hat sein eigenes Päckchen zu tragen und ich fühle für Menschen mit toxischen Verhaltensweisen tiefes Mitgefühl. Das ist noch ein anderes Thema und an anderer Stelle gehe ich da noch genauer drauf ein. Hier aber bitte Mitgefühl nicht mit Mitleid verwechseln.
Niederträchtiges Verhalten heiße ich in keinem Fall gut, doch solltest du dich eher auf dich fokussieren. Es wird dir nicht helfen, auf jemanden zu schimpfen, auch wenn es durchaus berechtigt ist. Es hilft dir möglicherweise kurz – im ersten Moment. Damit bleibst du langfristig aber in der bekannten Opferrolle und die hast du garnicht nötig. Du bist wichtig und du allein bist verantwortlich für dich – darum sei so gut und behandle dich auch so. 

Mit Abstand, einer besonderen Aufarbeitung in dir, vielem Erkennen, Wege durch den Schmerz und ganz viel Selbstfürsorge kannst du den Weg des Mitgefühls – vielleicht sogar der Vergebung – für dich (und andere) schaffen.
An dieser Stelle möchte ich noch einmal betonen, dass Mitgefühl nicht Mitleid ist und vergeben nicht verzeihen bedeutet. Es geht um viel mehr, wodurch du endlich kein Magnet mehr für toxische Beziehungen bist.

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